Patientenverfügung im Gespräch begleitet – nach dem ACP-Konzept

Sterben gehört zum Leben, reden hilft
Sterben müssen wir alle.
Ein Formular online ausfüllen, Kreuzchen setzen, abspeichern – genau das fühlt sich für viele unpersönlich und unbefriedigend an.

Eine Gesprächsbegleitung zur Erstellung einer Patientenverfügung ist persönlich, hilft Gedanken zu ordnen, Wünsche und Bedürfnisse zu formulieren, berührt und schafft Klarheit über Leben, Werte und Sterben. Sie lädt dazu ein, ehrlich und in Ruhe über das zu sprechen, was im Leben – und am Lebensende – wirklich zählt. Damit im Ernstfall Entscheidungen getroffen werden, die deinem Willen entsprechen und authentisch sind.
Sich mit einer Patientenverfügung zu beschäftigen, ist nie zu früh. Sie ist kein einmaliges Dokument, sondern etwas dynamisches, das mit den Lebenseinstellungen verändern darf. Viele schieben das Thema vor sich her. „Darüber denke ich später nach…“ Doch seien wir ehrlich: Das später kommt schneller, als wir glauben.
Was genau ist Advance Care Planning (ACP)?
Advance Care Planning (ACP) – auf Deutsch: Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase – ist ein Konzept, das ursprünglich aus den USA stammt und heute auch in Deutschland etabliert ist (geregelt in § 132g SGB V).
Im Mittelpunkt steht nicht das Dokument allein, sondern das Gespräch: ein wertorientierter Austausch über das, was dir im Leben und im möglichen Kranksein wirklich wichtig ist.
ACP unterstützt dich dabei:
- deine Haltung zu medizinischen Maßnahmen (z. B. Wiederbelebung, künstliche Ernährung, Beatmung) zu klären
- deine Werte, Wünsche und Prioritäten zu formulieren
- diese in einer verbindlichen Patientenverfügung festzuhalten
- und Angehörige oder Bevollmächtigte zu entlasten, indem sie wissen, was du dir wünschst
Warum eine Gesprächsbegleitung so wertvoll ist
Viele Menschen haben eine Patientenverfügung – doch im entscheidenden Moment bleibt sie oft unklar oder widersprüchlich.
Eine professionell begleitete Patientenverfügung geht tiefer. Sie hilft, Entscheidungen zu treffen, die auf deinen persönlichen Werten beruhen – nicht auf Angst, Halbwissen oder dem Wunsch, „alles richtig zu machen“.
Vorteile einer ACP-Gesprächsbegleitung:
- Du wirst Schritt für Schritt durch medizinische Szenarien geführt.
- Du erhältst fundierte Informationen in verständlicher Sprache.
- Du formulierst Entscheidungen, die wirklich zu dir passen.
- Deine Angehörigen oder Vertreter*innen wissen später genau, was du willst – und was nicht.
So entsteht Sicherheit – für dich selbst und für die Menschen, die dich lieben.


Wie eine Gesprächsbegleitung normalerweise abläuft
1. Erstgespräch – Orientierung & Kennenlernen
Wir beginnen mit einem persönlichen Gespräch (in Speyer oder online).
Dabei klären wir, welche Themen dir wichtig sind, welche Vorerfahrungen du hast und welche Fragen offen sind.
2. Vertiefungsgespräch – Werte, Wünsche, Szenarien
Im zweiten Schritt erkunden wir, was dir in verschiedenen Lebens- und Krankheitssituationen wichtig ist.
Ich erläutere medizinische Begriffe verständlich und begleite dich, deine Haltung zu klären und zu formulieren.
3. Dokumentation – deine persönliche Patientenverfügung
Aus den Gesprächen entsteht dein individuelles Dokument – verständlich, medizinisch präzise und rechtlich wirksam. Du entscheidest, ob du es gemeinsam mit Angehörigen, Ärzt*innen oder Pflegepersonen teilen möchtest.
4. Optional: Aktualisierung & Begleitung
Lebenssituationen ändern sich. Ich unterstütze dich gerne auch später dabei, deine Verfügung anzupassen oder zu ergänzen.

Häufig gestellte Fragen
Was ist der Unterschied zwischen ACP und einer „normalen“ Patientenverfügung?
Eine klassische Patientenverfügung ist meist ein Formular oder juristischer Text – oft abstrakt und ohne persönliche Begleitung.
ACP (Advance Care Planning) geht weit darüber hinaus: Es ist ein Gesprächsprozess, in dem du Zeit und Raum bekommst, über deine Werte, Wünsche und Lebensvorstellungen nachzudenken – und sie mit fachkundiger Unterstützung in klare Entscheidungen zu übersetzen.
Dabei geht es nicht nur um medizinische Maßnahmen, sondern um das, was dir im Leben wirklich wichtig ist:
Wie möchtest du behandelt werden? Was bedeutet für dich Lebensqualität?
Was wäre für dich „nicht mehr lebenswert“ – und was auf jeden Fall erhaltenswert?
Das Ergebnis ist eine Patientenverfügung, die nicht nur juristisch gültig, sondern menschlich verständlich und medizinisch umsetzbar ist.
Wie lange dauert eine ACP-Begleitung?
Das ist individuell.
In der Regel sind zwei bis drei Gespräche à 60–90 Minuten sinnvoll, damit du genug Zeit hast, deine Gedanken zu ordnen und Fragen zu klären. Manche Menschen möchten zunächst Orientierung und Grundlagen verstehen, andere gehen tiefer in medizinische Szenarien.
Mir ist wichtig, dass du dich dabei nicht unter Druck fühlst. Es darf seine Zeit brauchen – und es darf sich entwickeln. Oft ist es ein sehr persönlicher Prozess, der auch innere Ruhe schenkt, weil Entscheidungen endlich klar und ausgesprochen sind.
Ist ACP nur für ältere oder kranke Menschen?
Nein – ganz im Gegenteil. Gerade weil das Leben unvorhersehbar ist, ist es nie zu früh, über die eigenen Wünsche und Bedürfnisse zu sprechen.
Viele Menschen empfinden es als erleichternd, sich schon in gesunden Phasen bewusst zu machen, was ihnen wirklich wichtig ist – nicht aus Angst, sondern aus dem Wunsch nach Klarheit und Selbstbestimmung.
Eine ACP-Verfügung ist kein starres Dokument, sondern ein lebendiger Spiegel deiner Werte. Sie kann jederzeit überarbeitet, ergänzt oder angepasst werden – wenn sich dein Leben, deine Erfahrungen oder deine Sichtweise verändern. So bleibt sie immer im Einklang mit dem, was du heute bist.
Kann ACP auch online stattfinden?
Ja. Ich biete die Gesprächsbegleitung sowohl vor Ort bei mir in Speyer oder im Umkreis bei Dir, als auch online an. Die Online-Begleitung ist trotzdem persönlich, vertraulich und flexibel – ideal, wenn du weiter entfernt wohnst.
Was passiert, wenn ich später etwas ändern möchte?
Das ist ausdrücklich vorgesehen – und sogar erwünscht.
Deine Patientenverfügung ist nicht in Stein gemeißelt, sondern darf sich mit dir verändern.
Wenn du neue Erfahrungen machst, erkrankst, Angehörige verlierst oder deine Sichtweise wandelt, kann die Verfügung jederzeit angepasst werden. Ich begleite dich auf Wunsch auch bei späteren Aktualisierungen – oft genügen schon kurze Gespräche, um bestehende Dokumente zu ergänzen oder zu präzisieren.
So bleibt deine Verfügung lebendig, echt und nah an deinem aktuellen Lebensgefühl.
Preise
Leistung
Individuelle Gesprächesbegleitung – wahlweise bei mir, bei dir zu Hause, an einem Ort im Umkreis oder online.
Beschreibung
Pauschalpreis für 2-3 Gespräche à 60-90 min., inkl. Dokumentation, Nachbesprechung und Unterlagen.
290,- Euro
Weiterführend
Du interessierst Dich für eine Patientenverfügung, hast Fragen oder möchtest direkt einen Termin ausmachen?
Testimonial
„Die Beratung durch Frau Tappe-Theodor zur Erstellung meiner Patientenverfügung war äußerst sorgfältig, kompetent und empathisch. Besonders ihre gezielten und einfühlsamen Fragen haben mir geholfen, mir über meine eigenen Vorstellungen, mein Lebensende betreffend, klar zu werden. Eine vertrauensvolle, menschliche Begleitung auf höchstem Niveau – absolut empfehlenswert!“ O.T.
